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Nguyen hält dem Druck stand

02.12.12

Aus deutscher war er der Star und Titelfavorit auf den Sieg beim EnBW Turn-Weltcup in der Stuttgarter Porsche-Arena: Marcel Nguyen, der zweifache Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele. Und er hat die Erwartungen im Mehrkampf erfüllt.

Mit 90,232 Punkten siegte der 25-Jährige am Sonntag mit knapp einem Punkt Vorsprung auf den Briten Daniel Purvis (89,397) und David Belyavskiy (Russland, 89,298). Zwar lag Nguyen nach dem ersten Gerät auf dem vorletzten Platz, aber der Schützling von Valeri Belenki kämpfte sich einmal mehr in einem mitreißenden Wettkampf ganz nach vorne. „Es liegt mir wohl das Feld von hinten aufzurollen“, sagte Nguyen, in Anspielung auf seine bravouröse Leistung bei den Olympischen Spielen, als er nach dem ersten Gerät sogar Letzter war und am Schluss die Silbermedaille gewann.

Dennoch ist für viele der Teilnehmer in Stuttgart das Turnjahr noch nicht vorbei. Neben den beiden Erstplatzierten Nguyen und Purvis, der für den verletzten Olympiasieger Kohei Uchimura (Japan) nachgerückt war, treffen in einer Woche in Glasgow Fabian Gonzalez (Spanien), Kristian Thomas (Großbritanninen), Kazuhito Tanaka (Japan) und Danell Leyva (USA) beim nächsten Weltcup nochmals aufeinander. „Ich würde mich freuen, wenn ich Marcel bei meinem Heimspiel in Glasgow schlagen könnte“, sagte der Brite Purvis. Mit fast 5000 Zuschauern war die Porsche-Arena an diesem Nachmittag nahezu ausverkauft und boten eine phantastische und stimmungsvolle Kulisse.

1. Marcel Nguyen - 90,232
2. Daniel Purvis - 89,397
3. David Belyavskiy - 89,298
4. Kazuhito Tanaka (Japan) - 89,097
5. Danell Leyva (USA) - 88,364
6. Fabian Gonzalez (Spanien) – 87,498
7. Kristian Thomas (Großbritannien) – 87,365


Team-Finale der Frauen - Hindermanns letzter internationaler Auftritt


Die russischen Turnerinnen haben ihren Titel im Teamwettbewerb des EnBW Turn-Weltcups/DTB-Pokals verteidigt. In Stuttgart gewannen sie vor den Japanerinnen und den beiden deutschen Teams.

Aliya Mustafina hätte die besten Chancen gehabt, den Mehrkampf-Weltcup beim EnBW Turn-Weltcup/DTB-Pokal zu gewinnen. Doch nach einem langen Turnjahr fühlte sie sich müde. Doch ganz auf einen Auftritt in Stuttgart wollte die Olympia-Dritte nicht verzichten. Ihrer russischen Riege verhalf sie mit ihrem Einsatz aber zum Sieg im Team-Wettbewerb. 109,450 Punkte erkämpften sich Mustafina, Kristina Goyunova, Anna Radionova und Julia Inshina. Damit verteidigte das Quartett aus Russland auch seinen Titel aus dem vergangenen Jahr erfolgreich. Kleiner Wermutstropfen: Anna Radionova fiel vom Stufenbarren auf den Rücken, danach konnte sie nicht mehr weiter machen. Platz zwei ging an das Team aus Japan (108,700).

Ohne Elisabeth Seitz und Kim Bui, die am Samstag im Weltcup Zweite bzw. Vierte geworden waren, kam die erste Riege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) auf Platz drei. Janine Berger, Isabelle Marquard, Anja Rheinbay und Pia Tolle versuchten ihr Bestes, aber mehr als 105,900 Punkte gaben die Kampfrichter nicht für ihre Übungen. Kurz stockte den 5000 Zuschauern in der Porsche-Arena der Atem, als Pia Tolle beim Abgang vom Schwebebalken abrutsche und den zweifachen Salto rückwärts nicht ganz ausdrehen konnte. Doch mit einer Prellung der Halswirbelsäule kam sie glücklicherweise gut davon.

Für das zweite DTB-Team war die Qualifikation fürs Finale schon ein Erfolg. Mit 98,600 Punkten erreichten Nadine Jarosch, Annabelle Hölzer und Marie-Sophie Hindermann Platz vier. Speziell für die 21 Jahre alte Hindermann kam dieser Einsatz überraschend. So hatte die Tübingerin, die für den MTV Stuttgart startet, noch einmal eine große Bühne für ihren Abschied aus dem internationalen Turn-Geschehen. „Für mich schloss sich ein Kreis“, sagte sie gerührt, „ich war so oft für den DTB-Pokal nominiert, immer kam dann irgendeine Verletzung dazwischen.“ Nach zwei Übungen an ihrem Lieblingsgerät Stufenbarren und Boden wurde ihr plötzlich klar: „Oh je, das war es jetzt.“ Trotzdem war sie zufrieden: „Es war so wie ich es mir gewünscht habe.“ Ein schöner Abschied.


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